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Mittwoch, 14. Januar 2009

So weit so gut

334 Tage und du wirst das Alter von einem Jahr nicht mehr erreichen, oder nur verwaist. Es wird weitergehen, woanders und anders. Neues Jahr, neues Blog.

Sonntag, 11. Januar 2009

Leicht verspätet

... aber noch immer aktuell: Das Lied zum neuen Jahr: http://www.last.fm/music/Nils+Koppruch/_/staub+und+gold

Samstag, 10. Januar 2009

Die Wahrheit

Ich erzähle die Wahrheit gerne so, dass sie wie eine Lüge klingt. Z.B. als er mich dann das erste Mal anrief, ca. 10 Monate zu spät, da hab ich nicht abgenommen. Ich könnte mich dafür jetzt entschuldigen: "Es tut mir so leid, aber da konnte ich wirklich gerade nicht antworten, weil ich genau in dem Moment damit beschäftigt war in den Bus zu steigen, der mich in die Stadt bringen sollte, in der wir uns vor einem Jahr kennenlernten und von der du hoffst, dass ich sie wieder besuche um auch dich zu besuchen. Außerdem musste ich mich in diesem Moment, kurz bevor ich in den Bus einstieg, von meiner Oma verabschieden, die ich ja so selten sehe, vielleicht zwei Mal im Jahr und dann meist auch nicht lang, dieses Mal waren es bloß drei Stunden und in den letzten drei Minuten davon hast du gerade angerufen. Es tut mir so leid, aber da konnte ich nun wirklich nicht abnehmen." Gut zugegeben, da würde nicht alles stimmen, so direkt leid tut mir dieser Zusammenhang jetzt nicht, und daß ich in den folgenden Tagen mein Handy gerne mal liegengelassen habe, wenn wir weggegangen sind, um nicht erreichbar zu sein, das war auch kein Zufall. Die Wahrheit ist, dass ich niemanden gut behandeln werde, der mir gezeigt hat, wie genau man sich verhalten muss, wenn man jemanden links liegen lässt und dazu gehört z.B. nicht auf Anrufe antworten und nicht auf Skypenachrichten, kann ich jetzt auch.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Alle Tage

Ich mag keine Bücher von Frauen, einfach so vom Erzählstil her, ich kann mich da entweder nicht reinfühlen oder finde sie trivial, alles in allem hab ich nach ein paar Reinfällen die Finger von gelassen. Und Bücher, die auch noch von Frauen vorgelesen werden, das geht ja gar nicht. Aber bei Eva Mattes, die Terezia Mora vorließt, da hab ich mich wohl vergriffen. Und dann beginnt es auch noch mit einer Scheidung - von einer Scheinehe. Da müsste ich eigentlich schleunigst wieder aus der Hand – Korrektur: aus dem Ohr legen. Aber da ist es schon zu spät, da geb ich es nicht mehr her. Evas Stimme klingt mir im Ohr nach und ich leihe mir ihre Betonung, wenn ich einfühlend klingen will. Terezias schräge Figuren begleiten mich und Leute auf der Straße erinnern mich an sie. Bald habe ich es fertiggehört, und ich bin jetzt schon traurig darüber, es soll doch für Alle Tage sein.

Sonntag, 4. Januar 2009

Der stille Beobachter

„Den stillen Beobachter“ hat mich jemand am Vorabend der Reise genannt, aber er kannte mich gar nicht und konnte nicht wissen, wir richtig er lag. Viele Dinge habe ich den reichlichen zwei Wochen beobachtet.
Wie sich das U-Bahnverhalten der Berliner von denen der Wiener unterscheidet, zum Beispiel. Den Deutschen wird ja immer so Hektik und Pünktlichkeit hinterhergesagt, aber in der Berliner U-Bahn sah das ganz anders aus. Da ist der Zug eingefahren, dann ist man vielleicht mal aufgestanden nachdem die Türen ne halbe Minute offen standen und hat sich noch umgesehen, irgendwann als der Zugführer dann mal „Bitte einsteigen“ durchsagt hat man sich dann vielleicht auch mal in Bewegung Richtung Tür gesetzt. Nichts zu spüren von der Hektik an den Wiener Bahnen, wo sich die Leute schon beim Einfahren um die sich in ein paar Sekunden öffnenden Türen quetschen, die Insassen kaum raus lassen, obwohl das ja auch nicht zu vergleichen ist mit den Bussen, wo Omis unter dem Vorwand die könnten ja nicht so schnell immer die anderen Menschen von der Tür wegdrängen, egal ob die anderen aus dem Bus wirklich aussteigen wollen oder nicht.
Und beobachtet, wie sich wieder nichts verändert hat in der Kleinstadt, „die Zeit ist stehen geblieben“ bekommt eine greifbare Bedeutung.
Und beobachtet, wie Live-Musik auf Menschen wirkt, die ihr nicht so inflationär oft mit ihr in Berührung kommen wie ich. Plötzlich drehen sich Menschen rum, die sonst behaarlich die Wand anstarren, plötzlich füllen sich bisher ganz beherrschte Augen mit Tränen und plötzlich entsteht eine Verbundenheit.
Und beobachtet, wie sich jemand verhält, der den Eindruck erwecken will, es gehe ihm gut. Und trotzdem schweiften seine Gedanken immer davon, vermutlich zu seinen neuen Problemen und seinem neuen Leben, an denen er seine alten Freunde nicht teilhaben lassen wollte. Aber traurig, dass die gesprochenen Worte eigentlich gar nichts mehr galten, nur Hüllen waren, die das Beisammensein rechtfertigten um den anderen in seinem Verhalten zu beobachten.
Und beobachtet, wie sich Menschen wieder verändern bei neuen Beziehungen, wie sie sich wieder um sich kümmern und Pläne schmieden, nur positiv also, nur schade, dass der Ansporn von außen kommen muss.
Und und und ... irgendwann mehr.

Samstag, 13. Dezember 2008

Jetzt bleibt alles gleich

Keine zwei Silvester am selben Ort feiern war das ungeschriebene Gesetz der letzten Jahre. Nicht dass ich es bewußt verflogt hätte, doch im Nachhinein steht jeder Ort des Jahreswechsels schon irgendwie repräsentativ für mein Leben, die Menschen mit denen ich mich umgab usw. Und nun, dasselbe wie letztes Jahr, nun nicht genau dasselbe, aber ich erinnere mich noch gut an den Anfang dieses Jahres als ich das Gefühl hatte "Jetzt ändert sich alles", mich total neu fühlte. Und jetzt die Ernüchterung: nichts hat sich geändert, die Gefühle sind weg, 2. Versuch mit dem Jahresanfang in derselben Stadt, nicht mit genau denselben Menschen, immerhin. Irgendetwas zieht mich in meine Geburtsstadt, wenn ich nur wüßte, was es ist. Vielleicht einfach die Sehnsucht eine Stadt kennenzulernen, die im Ausweis steht obwohl man nie in ihr gelebt hat.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Nicht so nett

Ich hab ja gedacht, ich bin drüber weg, ich hab natürlich draus gelernt, aber ich reg mich nicht mehr auf, was letzte Woche passiert ist. Ich hab mich gut betrunken danach, ist alles wieder gut, es kann nur besser werden. Jetzt ist ja auch erstmal wieder Wochenende und diesmal sogar ein echtes und dazu noch lang. Und nicht so ein unechtes, wie das letzte, wo ich mich (offensichtlich nicht genug) nur für diesen Mist vorbereitet hatte. Und was Shatzy an so einem Wochenende, also diesen jetzt, natürlich am liebsten macht, ist sich in einer netten Bar einen netten Songwriter anzusehen. Manche sagen ja nett, wäre nicht grad eine nette Beschreibung, aber gut, es passt eigentlich ganz gut, auch die Leute mit denen sie da war, waren - nett. Also wie schon gesagt, jetzt nicht so der Knaller von Abend aber durchaus passabel, aber dass genau diese Leute auf genau dieselbe Idee kommen müssen, Mensch, das war nun wirklich alles andere als nett und hat mich dann natürlich auch nicht grad entspannen lassen - verdammt.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Im Siezalter angekommen

Und dann bist du plötzlich in einem Alter, in dem Siezen angesagt ist. Doch natürlich wehrst du dich, ist ja auch das Umfeld, duzen sich doch alle in der Arbeit usw. Gesietzt wird höchstens im Geschäft oder auf dem Amt.
Und dann bist du plötzlich in einer Situation, die du mit Siezen vielleicht hättest vermeiden können, bei der du automatisch zu duzen angefangen hast. Sie waren es anscheinend eh gewohnt und die meisten waren ja auch ein paar Jahre jünger als du, nicht viele, 3-4 Jahre vielleicht. Ein paar waren auch älter, aber jetzt mal ernsthaft, in der heutigen Zeit ist so was doch nicht mehr vom Alter abhängig. Und dann duzen sie zurück. Ist ja auch ihr gutes Recht eigentlich, aber dann bist du plötzlich nicht mehr die Respektperson, die du eigentlich sein solltest, sondern ihr Opfer. Du erkennst aber nicht deinen Fehler, machst alles nur noch schlimmer, indem du zugibst vor 3 Jahren noch eine von ihnen gewesen zu sein. Und dann ist es vorbei mit dir.
Das wird mir nicht noch einmal passieren, das nächste Mal, werde ich eine Respektbarriere zwischen Ihnen und mir aufbauen, dann werde ich nicht versuchen Ihnen entgegenzukommen, sondern aus der Ferne auf Sie herabblicken. Schade eigentlich, aber anscheinend die einzige Lösung, damit wir da alle gesund rauskommen.


Kann sich der Herzmensch gegen den Kopfmensch behaupten?

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