Menschliches
Ich hab ja gedacht, ich bin drüber weg, ich hab natürlich draus gelernt, aber ich reg mich nicht mehr auf, was
letzte Woche passiert ist. Ich hab mich gut betrunken danach, ist alles wieder gut, es kann nur besser werden. Jetzt ist ja auch erstmal wieder Wochenende und diesmal sogar ein echtes und dazu noch lang. Und nicht so ein unechtes, wie das letzte, wo ich mich (offensichtlich nicht genug) nur für diesen Mist vorbereitet hatte. Und was Shatzy an so einem Wochenende, also diesen jetzt, natürlich am liebsten macht, ist sich in einer netten Bar einen netten Songwriter anzusehen. Manche sagen ja nett, wäre nicht grad eine nette Beschreibung, aber gut, es passt eigentlich ganz gut, auch die Leute mit denen sie da war, waren - nett. Also wie schon gesagt, jetzt nicht so der Knaller von Abend aber durchaus passabel, aber dass genau
diese Leute auf genau dieselbe Idee kommen müssen, Mensch, das war nun wirklich alles andere als nett und hat mich dann natürlich auch nicht grad entspannen lassen - verdammt.
shatzy_shell - 7. Dez, 16:15
Und dann bist du plötzlich in einem Alter, in dem Siezen angesagt ist. Doch natürlich wehrst du dich, ist ja auch das Umfeld, duzen sich doch alle in der Arbeit usw. Gesietzt wird höchstens im Geschäft oder auf dem Amt.
Und dann bist du plötzlich in einer Situation, die du mit Siezen vielleicht hättest vermeiden können, bei der du automatisch zu duzen angefangen hast. Sie waren es anscheinend eh gewohnt und die meisten waren ja auch ein paar Jahre jünger als du, nicht viele, 3-4 Jahre vielleicht. Ein paar waren auch älter, aber jetzt mal ernsthaft, in der heutigen Zeit ist so was doch nicht mehr vom Alter abhängig. Und dann duzen sie zurück. Ist ja auch ihr gutes Recht eigentlich, aber dann bist du plötzlich nicht mehr die Respektperson, die du eigentlich sein solltest, sondern ihr Opfer. Du erkennst aber nicht deinen Fehler, machst alles nur noch schlimmer, indem du zugibst vor 3 Jahren noch eine von ihnen gewesen zu sein. Und dann ist es vorbei mit dir.
Das wird mir nicht noch einmal passieren, das nächste Mal, werde ich eine Respektbarriere zwischen Ihnen und mir aufbauen, dann werde ich nicht versuchen Ihnen entgegenzukommen, sondern aus der Ferne auf Sie herabblicken. Schade eigentlich, aber anscheinend die einzige Lösung, damit wir da alle gesund rauskommen.
shatzy_shell - 2. Dez, 18:03
Dabei wollte ich mich doch nur mal wieder ausheulen über die Arbeit, eben Luft ablassen, so wie das jeder mal braucht und dann nach keinem halben Satz:
"In der Arbeit ist es eben wie in Beziehungen, da muss man Kompromisse eingehen."
Die gute Antwort "Die Arbeit kann man wenigstens wechseln." ist mir leider zu spät eingefallen.
shatzy_shell - 29. Aug, 22:08
Okay, ich würde es ja verstehen, wenn er wenigstens gut aussehen würde, aber diesen abgeschminkten Clown, ohne Haare und Hals, mit zu großen Augen und Lippen kann man doch gar nicht attraktiv finden! Gut, ich würde auch noch verstehen, wenn nur häßlich, aber menschlich in Ordnung wäre, aber diese Angewohnheit sich bevorzugt über Dinge lustig zu machen, die anderen etwas bedeuten und dieses Unvermögen andere Interessen anzuerkennen, geht einem bei dem Versuch ein Gespräch zu beginnen ziemlich schnell gegen den Strich. Und zur Not könnte ich ja auch noch Verständnis aufbringen, wenn er zwar äußerlich und innerlich anstrengend ist, aber dafür intelligent oder erfolgreich. Aber dieses Quizshowwissen, welches er gern anderen unter die Nase reibt und das langweilige Buchhalterdasein, sind auch alles andere als ein Grund mit ihm zusammen zu sein. Ich kann einfach nichts finden, was man an ihm finden würde, nichts, und niemals werd ich anerkennen, dass er zur Familie gehört und das nicht aus Trotz sondern weil ich nach 10 Jahren zu dem Schluss gekommen bin, dass ich mit diesem Menschen einfach nichts anfangen kann! Verdammt, was mach ich Heilig Abend?
shatzy_shell - 29. Aug, 15:39
Die drei Generationen werden im Touri-Heurigen im Gastgarten abgefertigt. Weitere Besucher mit Hund betreten die Bühne.
Ältester: "Das hat's in der DDR nicht gegeben."
Jüngeste: "Hunde?"
Ältester: "Nee, Hunde in der Gaststätte, das ist doch eklig. Ja, es war nicht alles schlecht in der DDR."
Okay, liebe Regierung, wir haben jetzt bald das Rauchverbot, dabei könnt ihr es doch nicht belassen. Wir brauchen das Handyverbot (nicht nur in ein paar Bussen, am besten im gesamten öffentlichen Raum), das Hundeverbot, Kinder sowieso, viel zu laut und das Denkverbot kommt dann ganz von allein.
shatzy_shell - 25. Mai, 19:53
3 Generationen, 3 Tage auf 30 Quadratmetern,
keine Reality-show sondern Realität.
edit: die mittlere Generation hat offensichtlich unzulässige Informationen von der Redaktion erhalten, da sie mich einmal Fräulein Shell nannte. Ich hoffe so etwas kommt nicht wieder vor!
shatzy_shell - 25. Mai, 19:12
So Biokunststoff ist ja grad ganz in, weg vom Öl, und als biologisch abbaubar werden sie verkauft. Aber sind sie wirklich sinnvoll? Irgendwie ist es doch pervers, Sachen aus essbaren Dingen herzustellen, während es einfach nicht genug zu essen gibt (Jaja, 'Biosprit' ist noch schlimmer)!
Während ich also bei McDonalds mein Karamelleis löffle und den Aufdruck des Bechers lese, kommt mir folgendes Bild in den Sinn: in einem abgelegenen Dorf in Mexico, steht ein armer abgemergelter Mexikaner, der sich wegen den gestiegenen Maispreisen weniger Tortillas leisten kann, vor einem McDonalds und schaut durch die Scheibe einen Menschen an, der sein Karamelleis aus einem Becher löffelt, auf dem steht "Ich bin aus Maisstärke."
shatzy_shell - 16. Apr, 15:35
Kann man jemanden verzeihen, der gar nicht darum gebeten hat und es auch immer wieder tun wird? So dass man immer wieder verzeihen müßte. Jemanden, der gar nicht weiß, was er angerichtet hat, der einen blinden Fleck hat. Es ist ja nicht böse gemeint, nur unaufmerksam.
Man müßte verzeihen können, einfach wieder unvoreingenommen an die Menschen herantreten, aber dann wird man ja jedes Mal wieder enttäuscht.
Man müßte nur die positiven Seiten anderer in Erinnerung behalten können. Auf ihnen Beziehungen aufbauen, nicht abgeschreckt werden von den anderen.
Kann man nicht die schlechten Seiten verzeihen und die guten in Erinnerung behalten?
Sie haben mich aufgezogen, alles habe ich doch ihnen zu verdanken. Sie haben sich alle Mühe gegeben, mich mit ihrer Welt zu vereinbaren, doch wir sind so weit voneinander entfernt.
shatzy_shell - 1. Apr, 21:59
Einzelkinder werden meist als egoistisch und gierig beschrieben, aber das sind unbestätigte Vorurteile. Was ich eher beobachte ist, dass sie unsicher, wechselhaft und instabil sind.
Ihnen fehlt die Reflexion, die Geschwister ermöglichen, diesen ständigen Abgleich von sich mit jemandem, ähnlichen und doch verschiedenen. Diese Reflexion mit der man seinen Platz finden kann. Dadurch ist ihre Selbstwahrnehmung verzerrt, nicht richtig kalibriert. Sie dürsten nach Fremdeinschätzungen ihrer Person und wollen doch immer autonom sein. Diese Diskrepanz äußert sich in Stimmungsschwankungen. Sie werden leicht von der Umwelt beeinflußber und lassen sich gleichtzeitig leichter von ihren Gedanken, Stimmungen und Launen treiben, denn dies ist schon immer, alles was sie haben.
shatzy_shell - 16. Mrz, 21:01
Ihr sagt vielleicht die gibt es nicht, deswegen sind Männer auch die besseren Yogis ("Wo denken aufhört, da fängt Yoga an."). "Männer denken nicht weit." hat erst vor kurzem jemand (weiblich) zu mir gesagt und so langsam muss ich das wohl auch unterschreibn. Aber, vielleicht liegen wir auch genauso falsch, wie Männer, wenn sie über Frauen nachdenken:
"Die Frau hat Zeit und Muße nachzudenken. Anstatt daß die Aufmerksamkeit alle 40 Sekunden in den Schritt abtaucht, hat sie den lieben langen Tag frei für erhabene Gedanken, kann philosophische Betrachtungen über das Leben nach dem Tod oder den Tod nach dem Leben anstellen und was dergleichen höheres Gedankengut mehr darstellt. Sie: Der Vogel, der fliegt. Wir: Die Fliege, die vögelt. Oder der Stier in ewiger Brunst, festgebunden in seiner Box im Stall der Lüste, mit überlaufender Abflußrinne. Stellt sich die Frage nach dem Sex nach dem Tod. Die Frau ist frei von sexuellen Phantasien, frei von den Klauen tierischer Triebe, frei zum Denken. Deshalb ist es aber auch so traurig, daß sie es nicht tut. Denn woran denkt sie? An Heim und Kind und den Chef. Hausfrau, Mutter, Sekretärin. Ach ja, und an das eigene Aussehen. Warum denkt die Frau immer an ihr Aussehen, während wir doch nur in ihr Inneres wollen? Diese ewige Tourismusreklame der Frauen: "Kommen Sie, besuchen Sie uns!" Lippenstift lockt. Make-up mauschelt Schönheit vor. Ferner Gott auf fünfzig Kanälen, gib mir doch nur einen winzigen Fleck ungeschminkter Schönheit! Ja, die Frau. Wir denken an sie. Sie denkt, ob wir wohl an sie denken."
Hallgrimur Helgason: 101 Reykjavik
shatzy_shell - 14. Mrz, 20:10